Politik

Das Gutachten zum Ersten Gleichstellungsbericht der Bundesregierung vom Januar 2011 kritisiert die Gleichstellungspolitik in Deutschland als „unvollendete Baustelle mit vielen Sackgassen“. Die Sachverständigenkommission hat insbesondere die gesellschaftlichen Bereiche Rollenbilder und Recht, Bildung, Erwerbsleben, Zeitverwendung und Alter unter einer Lebensverlaufsperspektive untersucht und zahlreiche geschlechtsspezifische Ungleichheiten und Diskriminierungen ausgemacht. Sie empfiehlt u.a. die Einführung von Mindestlöhnen und den Abbau der geschlechtsspezifischen Lohnungleichheit, die Abschaffung von Minijobs sowie Geschlechterquoten für Leitungsebenen.

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Geschichte des Internationalen Frauentags

100 Jahre Internationaler Frauentag

 100 Jahre FrauentagAm Internationalen Frauentag wird seit 100 Jahren weltweit auf Gleichberechtigungsdefizite aufmerksam gemacht und Geschlechtergerechtigkeit eingefordert.

Die Wurzeln des Internationalen Frauentages gehen auf die Arbeiterinnenbewegung im 19. Jahrhundert zurück. Mit der Industrialisierung stieg der Anteil der Fabrikarbeiterinnen, die jedoch lediglich einen Bruchteil der Männerlöhne verdienten. Sie streikten nicht nur für Lohngerechtigkeit, sondern auch für bessere Arbeits- und Lebensbedingungen. Das Frauenwahlrecht und die Legalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen waren weitere Ziele im Kampf um mehr Gleichberechtigung.

Die Arbeitsgemeinschaft der kommunalen Gleichstellungs- und Frauenbeauftragten Mittelfranken hat zum Internationalen Frauentag 2011 einen Überblick über die „ Meilensteine “ der deutschen und mittelfränkischen Frauenbewegung während der vergangenen hundert Jahre erstellt. Die Erfolge, aber auch die noch nicht oder nur unzureichend eingelösten frauen- und gesellschaftspolitischen Forderungen sind Gradmesser für den Stand der Emanzipation von Frauen und Männern und somit für den Fortschritt in Gesellschaft, Politik und Arbeitsleben.

 

Die Agenda für den Internationalen Frauentag 2011 ist umfangreich und scheint auch im 21. Jahrhundert eher größer denn kleiner zu werden:

  1. Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit
  2. Gesetzliche Mindestlöhne und Abschaffung so genannter Minijobs
  3. Geschlechtergerechte Arbeitsbewertungsverfahren und Aufwertung von Berufen im Bereich personenbezogener Dienstleistungen
  4. Gesellschaftliche Anerkennung von „Sorgearbeit“
  5. Gleichstellungsgesetz für die Privatwirtschaft
  6. Erhöhung des Frauenanteils in Führungspositionen und Entscheidungsgremien durch Quotierung
  7. Eigenständige Existenzsicherung von Frauen
  8. Abschaffung des Ehegattensplittings und Einführung der Individualbesteuerung
  9. Flexiblere Erwerbsarbeitszeitmodelle für Frauen und Männer
  10. Ausbau der Kinderbetreuung und Ganztagesschulen
  11. Ächtung jeder Form von Gewalt, insbesondere sexistische Gewalt

Mit der Erfüllung dieser Forderungen werden gesetzliche und gesellschaftspolitische Rahmenbedingungen geschaffen, die mehr Geschlechtergerechtigkeit im Hinblick auf die gleichberechtigte Erwirtschaftung des Lebensunterhalts und partnerschaftliche Teilung von Fürsorgeverpflichtungen für Männer und Frauen ermöglichen. Die gesellschaftspolitischen Herausforderungen sind hoch, wenn geschlechtergerechte Vielfalt als Selbstverständlichkeit in allen gesellschaftlichen Bereichen begriffen und gefördert wird.

Bis dahin ist es noch ein weiter Weg.

Dem Internationalen Frauentag gehen die Forderungen nicht aus.

"Frauen, die nichts fordern, werden beim Wort genommen. Sie bekommen nichts." Simone de Beauvoir

 

Die Broschüre „100 Jahre Internationaler Frauentag Viel erreicht –Viel zu tun!“ können sie hier als pdf-Datei herunterladen, Sie erhalten sie aber auch bei den Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten Mittelfranken

 

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Wahlen

 

Kommunalwahl 2014

Bei der Wahl zum Stadt- und Kreisrat vom 16. März 2014 waren in Mittelfranken insgesamt 690 Sitze zu verteilen. Hierbei entfielen 216 Sitze auf Frauen (31,3 Prozent) und 474 Sitze auf Männer (68,7 Prozent).

Frauenanteil Stadt- und Kreisrat Mfr 2014.jpg

Dieses Ergebnis entspricht nahezu unverändert der Verteilung bei den Kommunalwahlen 2002 und 2008, eine Verbesserung der Quote zugunsten von Stadt- und Kreisrätinnen lässt sich nicht beobachten.

Während bei der Wahl zum Stadtrat der Anteil gewählter Frauen bei fast 40 Prozent liegt, ist der Anteil von Frauen in den Kreisräten mit 26,6 Prozent deutlich geringer.

Bei der Besetzung der Spitzenpositionen Oberbürgermeister/in und Landrat/Landrätin fällt der Geschlechterunterschied am deutlichsten ins Auge. Nur die Stadt Ansbach wird durch eine Frau geführt (Oberbürgermeisterin Carda Seidel), die weiteren elf Positionen sind durch Männer besetzt. Auch die 1. Stellvertretung obliegt mehrheitlich Männern; hier entfallen nur drei von zwölf Posten auf Frauen. 

 

 

Equal Pay Day

 Am internationalen Aktionstag für Entgeltgleichheit  wird auf die Entgeltunterschiede zwischen Männern und Frauen aufmerksam gemacht. In Deutschland liegt die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern im Durchschnitt  bei 23%. Weitere Informationen zur Entgeltungleichheit sind zu finden unter www.equalpayday.de. Die Bundesarbeitsgemeinschaft der kommunalen Gleichstellungsstellen weist darauf hin, dass die Bundesregierung im Rahmen der EU Strategie zur Gleichstellung von Frauen und Männern verpflichtet ist, den Abbau des Lohngefälles voran zu treiben. Um Arbeitgebern die Möglichkeit zu geben zu prüfen, wie der Unterschied im eigenen Unternehmen aussieht und welche Schritte zur Umsetzung von Entgeltgleichheit eingeleitet werden müssen, haben die Expertinnen für Entgelt- und Gleichstellungspolitik Dr. Karin Tondorf und Dr. Andrea Jochmann-Döll den Entgeltgleichheitscheck entwickelt. Dieser ist im Internet zu finden unter www.eg-check.de. In diesem Zusammenhang müssen auch tarifliche Entgeltregelungen überprüft werden im Hinblick darauf, ob sie mittelbar diskriminieren.

Bürgerschaftliches Engagement/Ehrenamt

 

Bürgerschaftliches Engagement stellt einen wichtigen Beitrag unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens dar.  Wir unterstützen Sie in unseren Beratungen darin, das Passende für  zu finden bzw. nennen Ihnen Netzwerke, die solche Beratungen anbieten. Unter dem Stichwort Geschlechtergerechtigkeit machen wir darauf aufmerksam, dass auch im bürgerschaftlichen Engagement mehr Frauen die sozial, praktischen Aufgaben übernehmen und Männer eher in Funktionsämtern zu finden sind.  Wir fordern deshalb Männer auf  mehr in die Praxis zu gehen z.B. Lesepate zu werden und Frauen z.B. in Politische Ämter oder Gremien  zu gehen, um auch in diesem Bereich Handlungsräume für Frauen und Männer jenseits von Geschlechterzuschreibungen zu eröffnen.

Zur Förderung der (kommunal-)politischen Teilhabe von Frauen gibt es z.B. am Bildungszentrum Nürnberg in Kooperation mit den VHS Erlangen, Fürth, Schwabach Lkr. Roth einen Kurs, der Frauen für politische Ämter vorbereitet. "Kompetent in diePolitik Handwerkszeug für die (kommunal-)politische Arbeit Lehrgang für Frauen mit oder ohne Migrationshintergrund September bis Dezember 2012

www.bz-nuernberg.de