Arbeitsmarkt

Zwar steigt die Beteiligung von Frauen mit derzeit ca. 46 Prozent von ca. 41 Millionen Erwerbstätigen am Arbeitsmarkt kontinuierlich, aber einschlägige Daten und Analysen dokumentieren, dass eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen trotz Umbrüchen im Erwerbssystem längst nicht realisiert ist.

Entgeltungleichheit

Mit 23 Prozent Unterschied bei den Stundenlöhnen von Männern und Frauen befindet sich Deutschland unter den Schlusslichtern der geschlechtsspezifischen Lohnungleichheit in Europa. Frauen haben ein mehr als doppelt so hohes Risiko wie Männer, niedrig entlohnt zu werden. Mehr als zwei Drittel aller „Niedriglöhner“ in Deutschland - insbesondere bei Stundenlöhnen unter 5 oder 6 Euro - sind Frauen.

Dabei ist diese Lohnlücke zwischen Frauen und Männern nur teilweise zu erklären mit unterschiedlichen Qualifikationen, Erwerbserfahrungen oder Branchenzugehörigkeit, vielmehr beinhaltet sie einen großen Anteil Diskriminierung aufgrund des Geschlechts. Der Grundsatz „gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ ist noch nicht ausreichend umgesetzt.

In der SPD und bei Bündnis 90/Die Grünen wird derzeit über Gesetzesentwürfe für ein Entgeltgleichheitsgesetz diskutiert, die SPD hat eine Vorlage noch im Jahr 2012 angekündigt.  

Auch die Arbeitsgemeinschaft der kommunalen Gleichstellungs- und Frauenbeauftragten Mittelfranken beteiligt sich in den Kommunen und Landkreisen mit vielfältigen Aktionen am bundesweiten jährlichen Equal Pay Day und unterstützt die Forderungen nach Entgeltgleichheit für Frauen und Männer.

Der Equal Pay Day 2015 ist am 20. März. 

 

http://www.equalpayday.de

http://www.eg-check.de

Teilzeit/Minijobs/Berufsrückkehr

Die zunehmende Erwerbsbeteiligung der Frauen,  ihre sogenannte Erwerbsquote, liegt laut Statistischem Bundesamt 2010 bei 65 Prozent, ihre Quote bei sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung allerdings nur bei 48 Prozent, basiert vor allem auf einer Umverteilung des weitgehend unveränderten Arbeitszeitvolumens unter Frauen.

Teilzeitarbeit, vor allem als sogenannte Minijobs ohne Sozialversicherung, Beschäftigung im Niedriglohnbereich und auf den unteren und mittleren Ebenen beruflicher Hierarchie sind Merkmale, die besonders häufig die Berufstätigkeit von Frauen kennzeichnen.

Sozialversicherungspflichtige Teilzeitarbeit mit Rückkehroptionen zur Vollzeitbeschäftigung als ein in bestimmten Lebensphasen geeignetes Instrument zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie lässt sich Ende 2009 lediglich für ein Fünftel aller erwerbstätigen Frauen realisieren.   

 

http://www.destatis.de

http://www.iab.de

http://www.boeckler.de

http://www.bpb.de

http://www.gleichstellungsbericht.de

 

Informationen zu Teilzeitarbeit und Mini-Jobs finden Sie unter:

http://www.teilzeit-info.de

http://www.minijobzentrale.de

Existenzgründung

Etwa ein Drittel der Existenzgründungen werden von Frauen vorgenommen.  Neben einer guten Geschäftsidee sind Informationen, Austausch und Vernetzung wesentliche Bausteine auf dem Weg in die berufliche Selbstständigkeit.

Frauen und Technik

Mädchen und junge Frauen entscheiden sich nur zögerlich für sogenannte MINT-Berufe (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik), unter 20 Prozent liegt ihr Anteil an diesen Berufen. Nicht etwa wegen ihren vielzitierten "Technik-Defizits", vielmehr sind ihre Berufsaussichten in diesen Berufen deutlich eingschränkt. Wissenschaftlerinnen haben bereits 2009 herausgefunden, dass Frauen in MINT-Berufen stärker von Arbeitslosigkeit betroffen sind, häufiger nur in befristete und meistens schlecht bezahlte Jobs einsteigen. Vor allem die Vereinbarkeit von Familien- und Erwerbsarbeit sei in diesen Berufen mangels Teilzeitangeboten besonders erschwert.

 

http://www.komm-mach-mint.de/MINT-News/News-Archiv/WZB-Studie

Führung

Eine aktuelle Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) zeigt, dass sich auch 2011 in den Vorstandsetagen der 200 größten Unternehmen für Frauen nichts bewegt hat. Nur 3 Prozent der Führungspositionen waren mit Frauen besetzt. Eine der Autorinnen spricht von "männlicher Monokultur". Bei den Aufsichtsratspositionen stieg der Frauenanteil während eines Jahres von 10,6 Prozent auf 11,9 Prozent - zu verdanken ist dieser Anstieg vor allem der ArbeitnehmerInnenseite dieser Gremien.

 

http://www.diw.de

http://www.nuernberger-resolution.de